CO2-Laser-Konisation

Bei nachgewiesen Zellveränderungen (Dysplasien = Krebsvorstufen) am Gebärmutterhals bzw. Muttermund wird eine kegelförmige Gewebsentnahme ("Konisation") durchgeführt. Das entnommene Gewebe wird feingeweblich (histologisch) untersucht, wobei einerseits der Schweregrad der Veränderung genauer als beim Abstrich (zytologische Untersuchung) eingestuft werden kann, andererseits aber auch erkannt wird, ob die Veränderung vollständig entfernt und damit eine ausreichende Therapie erfolgt ist. Diesen Eingriff führe ich mit einem CO2-Laser durch.

Der CO2-Laser ist ein Infrarot-Laser mit einem hochenergetischen Lichtstrahl, der über einen Spiegelarm zum Kolposkop (Mikroskop zur Untersuchung des Muttermunds) geleitet und über einen Mikromanipulator unter kolposkopischer Sicht bewegt werden kann. Der Eingriff erfolgt in der gleichen Position wie eine normale gynäkologische Untersuchung, wird aber in einer kurzen Vollnarkose (ca. 15 Minuten) durchgeführt. Nach Darstellung der Veränderung auf dem Muttermund durch Auftragen von Essigsäure und Jod (Kolposkopie) wird das auffällige Areal mit dem Laserstrahl umschnitten und unter Zug mit feinsten Häkchen ein kegelförmiges Gewebsstück ausgeschält. Die Größe und Form des Gewebsstück richtet sich zwar nach der Ausdehnung der Veränderung, ist aber in aller Regel etwa so groß wie ein Fingerendglied. Das Gewebsstück wird noch im OP speziell vorbereitet (eröffnet, aufgespannt), so dass im histologischen Labor optimale Bedingungen für eine exakte weitere Aufarbeitung und Untersuchung herrschen.

Der Laser lässt sich so genau fokussieren, dass die Schnittränder mit denen eines Skalpells vergleichbar sind, d.h. sowohl am Muttermund als auch beim entfernten Gewebe entstehen keine tieferreichenden Läsionen, die die Wundheilung bzw. die histologische Beurteilbarkeit des Konus beeinträchtigen würden. Der Defekt, der am Muttermund entsteht, wird im Rahmen der Wundheilung praktisch wieder völlig ersetzt.

Die gesamte Wundheilungsdauer beträgt etwa 3-4 Wochen. Das Risiko des Eingriffs besteht in erster Linie in der Gefahr einer Nachblutung. Da der Gebärmutterhals sehr gut durchblutet ist, kann es bei Eröffnung eines Blutgefäßes z.B. durch Ablösen eines Wundschorfs zu Blutungen kommen, die ähnlich zum Nasenbluten zu einem großen Blutverlust führen können und in sehr seltenen Fällen nur durch einen kleinen zusätzlichen Eingriff zu stillen sind. Deshalb ist es unumgänglich, ein bis zwei Wochen nach dem Eingriff gewisse Vorbeugungsmaßnahmen, insbesondere strenge körperliche Schonung einzuhalten (kein schweres Heben, kein Sport, nicht Baden, nur Duschen, kein Geschlechtsverkehr). Es sollten unbedingt auch während der gesamten Heilungsphase Tampons getragen werden, auf die eine Brandsalbe (wird bei Entlassung rezeptiert) aufgetragen wird. In bestimmten Fällen ist es auch vom Vorteil sein, zur Vorbeugung gegen eine Nachblutung ein gerinnungsaktivierendes Medikament einzunehmen. Eine Nachuntersuchung zur Wundkontrolle und Besprechung des endgültigen Gewebsbefundes beim Frauenarzt ist etwa eine Woche nach dem Eingriff sinnvoll.

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