Dysplasie
Dysplasien sind Zellveränderungen, die im deutschen Sprachgebrauch als Krebsvorstufen bezeichnet werden. Der exakte wissenschaftliche Ausdruck dafür ist Intraepitheliale Neoplasie mit einer Stadieneinteilung I° bis III° (entsprechend einer leichten, mittleren und schweren Dysplasie). Dies sind sogenannte histologische Diagnosen, die letztendlich nur an einem Gewebsschnitt gestellt werden können. Die zytologische Beurteilung (Untersuchung von einzelnen Zellen z.B. beim Krebsabstrich) erfolgt nach PAP-Gruppen (Bezeichnung nach Papanicolaou, griechischer Anatom, New York, der 1928 die Zytologiediagnostik begründete):
- PAP I / II (unauffälliges Zellbild),
- PAP III (kein eindeutiger Befund),
- PAP III D (leichte/mittlere Dysplasie), " PAP IV a (schwere Dysplasie),
- PAP IV b (wie IV a, invasives Karzinom nicht auszuschließen),
- PAP V (Karzinom).
- Zytologische Befunde wie PAP II w oder k sind eigentlich Normalbefunde, die aber z.B. wegen entzündlicher Veränderungen wiederholt bzw. kontrolliert werden sollten.
Eine Dysplasiesprechstunde ist eine Spezialprechstunde für die erweiterte Diagnostik, Therapieplanung und Verlaufskontrolle insbesondere von Vor- und Frühstadien der Karzinome (Krebserkrankungen) des unteren Genitaltrakts der Frau. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Zellveränderungen im Bereich des Muttermunds, die beim sogenannten Krebsabstrich auffallen, und Hautveränderungen im Scheiden- und äußeren Genitalbereich. Die allermeisten Veränderungen, die als Krebsvor- oder Frühstadien einzustufen sind, sind HPV (Humane Papilloma Viren) assoziiert. HPV-bedingte Erkrankungen sind auch Condylomata acuminata (Feigwarzen).
